.. 23.Sep.2019 .. 00:55 Uhr ..
 achtung: entwurfsfassung, nur testweise im netz (bei Fehlern gerne Rückmeldung)
Der Beamtenstatus
Notwendigkeit  

Der Beamtenstatus ist für die Ausübung des Berufs in etwa so nötig wie eine dritte Schulter.

Auch angestellte Lehrer können Schüler unabhängig beurteilen. Auch angestellte Lehrer sollten an staatlichen Schulen keinen ungerechtfertigten Repressalien ausgesetzt sein, die ein Beamter besser ertragen würde. (An Privatschulen kann das eventuell anders aussehen.)

Informationen zum Beamtentum allgemein und zu den Beamten in Deutschland (wikipedia).

Die Trägheit/Faulheit der Beamten  

Das Argument ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, greift aber m.E. zu kurz.

Mummert (siehe dort) fand bei den Arbeitszeiten Bandbreiten, die abenteuerlich sind: von 606 bis weit über 3000 Stunden pro Jahr (13,x bis über 65,x Stunden pro Woche, auf 46 Wochen berechnet). Bei der ersten Zahl hat sicher jemand gescherzt, weil schon die reine Unterrichtszeit deutlich drüber liegt. Die zweite Zahl wäre gut für den Finanzminister: die Leute erleben üblicherweise die Pensionierung nicht.

Das Argument, dass man faule Lehrer aus dem Job entfernen kann wie in anderen Ländern zieht allerdings aus zwei Gründen nicht wirklich:

Erstens: In den meisten anderen europäischen Ländern haben die Lehrer formal oder de facto eine ähnliche Arbeitsplatzsicherheit wie in Deutschland.

Zweitens: Wenn man alle Lehrer rauswerfen würde, die nach Meinung des Kollegiums untherapierbar sind, dann fliegen vielleicht 5 oder 10%. Da gäbs ein kurzfristiges Problem mit dem Ersatz.
Folgt man den verallgemeinernden Aussagen des Spiegel, so muss man sicher mehr als die Hälfte der Lehrer rauswerfen. Da gäbs zunächst ein kurz- und mittelfristiges (15 Jahre) Problem mit dem Ersatz. Langfristig würde sicher kaum noch einer den Job machen wollen, weil er nicht zuletzt durch die Spiegeldeppen kaputtgeredet wurde.

Auch der Angestelltenstatus hilft nicht, aus zwei Gründen:
Der Beruf verliert wegen der dann schlechteren Bezahlung endgültig jede Attraktivität, schon jetzt gibt es in vielen Fächern Nachwuchsprobleme.
Und: Die Angestellten sind, was die Unkündbarkeit angeht, den Beamten fast gleichgestellt. Wir hatten zwei begabte Schulflüchter an unserer Schule, die Schulleitung, Kollegen und Schüler genervt haben; sie sind mittlerweile altersbedingt ausgeschieden. Beide waren Angestellte.

606 Stunden
Diese Zahl lässt den üblen Verdacht aufkommen, dass Mummert bei der Erhebung die Teilzeit-Lehrer nicht sauber berücksichtigt hat. Da ist irgendein grober Fehler drin.
Ein anderer formaler Status hilft nicht

Es ist eher ein Strukturproblem. In kleinen Betrieben gibt es die Verpisser nicht, zumindest nicht lange. In Großbetrieben hat man üblicherweise das selbe Problem wie in der Schule: es gibt immer die Cleveren, die wissen wo die Arbeit ist und wie man drumrumkommt.

Bei einer hohen Autonomie der Schule, Möglichkeiten der Entlassung Ungeeigneter eingeschlossen, könnte man die Schwierigkeiten wohl reduzieren.

Es ist aber klar, dass dann andere Probleme auftauchen werden. Beispiel: Abwerben von Lehrern, auch im laufenden Schuljahr, schlimmstenfalls über eine differenziertere Bezahlung. Diese differenzierte Bezahlung würde dann schnell fächerspezifisch, hier hätten im Moment Lehrer aus dem MINT-Bereich gute Karten, das wäre das Ende einer guten Zusammenarbeit in den Kollegien.

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