.. 23.Sep.2019 .. 00:58 Uhr ..
 achtung: entwurfsfassung, nur testweise im netz (bei Fehlern gerne Rückmeldung)
Kurze Wertung
Beamtenstatus  

... ist einerseits sachlich nicht geboten.
Zu bedenken sind aber folgende Punkte:

  • Die Abschaffung des Beamtenstatus führt nicht automatisch zu einer höheren Motivation, weil auch der Angestelltenstatus zumindest im Moment eine Quasi-Unkündbarkeit bedeutet.
  • Eine sofortige Änderung in den Angestelltenstatus hat eine merkliche Einkommensreduzierung zur Folge. Beim Vergleich mit Gehältern in der Wirtschaft zieht dann aber auch das Argument der Arbeitsplatzsicherheit ab einem bestimmten Abstand nicht mehr. Dann werden entweder lukrativere Ausbildungsberufe bzw. duale Ausbildungen bevorzugt oder die aussichtsreicheren Studien (MINT, BWL) gewählt.
  • Es wird oft behauptet, dass der Beamtenstatus die trägen und ängstlichen Charaktere anzieht. Das kann man auch anders sehen. Es sind eher die Typen, die eine Familie und deren materielle Sicherheit im Auge haben. Solche Leute wären aber besser für den Lehrerberuf geeignet als die Cleveren, die einen guten Verdienst und Karriere anstreben und mit den nötigen Ellenbogen ausgestattet sind.
  • Zu manchen der Vorurteile gibt es einen Artikel in ZEIT-online (lokal als pdf)

Pension  

Adenauers Idee 1957 war natürlich gerissen, er war halt der schlaue Marabu vom Rhein: Die Altersversorgung von Beamten auf Pension umstellen und dafür das Gehalt entsprechend kürzen. Das hatte damals einen Spareffekt, denn der eigentlich geplante Aufbau eines Kapitalstocks für die Altersversorgung wurde nämlich auf später (den St. Nimmerleinstag) verschoben und beginnt der Gesellschaft jetzt auf die Füße zu fallen.

Das System sollte so schnell wie möglich abgeschafft werden. Anpassung der Gehälter, Altersversorgung (und Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung) für alle Arbeitnehmer gleich organisieren, also auch für die beim Staat angestellten.

Vorteil: Vergleichbarkeit, Transparenz, keine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Nachteile: weiß ich nicht. Es könnte aber sein, dass die Beschäftigung im öffentlichen Dienst weniger attraktiv wird, was dann zu Schwierigkeiten in der Lehrerversorgung führen kann.

Ausbildung  

Zu lang.

Meine Vorstellung: Die Vorbereitungszeit in das Masterstudium integrieren, nach dem Bachelor/Master-Studium ist der Lehrer also fertig. Die Ausbildung wie auch der Beruf sollte sich auf das beschränken, was eigentlich das Kerngeschäft ist, nämlich das Unterrichten.
Das Bachelor-Studium sollte den fachlichen Schwerpunkt beinhalten, wegen der dann vorhandenen Flexibilität, vor dem Master-Studium kann eine Eignungsprüfung/-untersuchung sinnvoll sein.

Die ganzen Nebentätigkeiten wie technische Wartung, Verwaltung, Sozialarbeit, sonderpädagogische Betreuung und was sonst noch außerhalb anfällt, gehört in die Hände von Fachleuten.

Stellen wir uns mal vor, in einer Unternehmensberatung sind die dort beschäftigten Betriebs- und Volkswirte auch für gesamte IT verantwortlich, warten nebenbei den Fuhrpark und betreiben auch die Kantine. Da würde sich doch jeder an den Schädel greifen.

In Schulen ist genau das der Normalzustand. In deutschen Schulen! In anderen Ländern ist man da pfiffiger.

Das ist ...
... allerdings etwas aus dem Blickwinkel eines SekII-Lehrers gedacht.
Ab 22jul10: 2195 Bes.
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